Das die Furcht zu irren, schon der Irrtum selbst ist...**************** WORLD OF RAGNARA **************** "Das Wort ist eine mächtige Waffe, wenn man um diese Waffe weiß! **************** **************** "Opfer müssen gebracht werden. "
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*********************** At last I will reveal myself to my real enemies. At last I will have revenge !!! ****************

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Georg Heym


Die Sektion
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Der Tote lag allein und nackt auf einem Weißen Tisch in dem großen Saal, in dem bedrückenden Weiß, der grausamen Nüchternheit des Operationssaales, in dem noch die Schreie unendlicher Qualen zu zittern schienen.
Die Mittagssonne bedeckte ihn und ließ auf seiner Stirn die Totenflecken aufwachen; sie zauberte aus seinem nackten Bauch ein helles Grün und blähte ihn auf wie einen großen Wassersack.
Sein Leib glich einem riesigen schillernden Blumenkelch, einer geheimnisvollen Pflanze aus indischen Urwäldern, die jemand schüchtern vor den Altar des Todes gelegt hatte.
Prächtige rote und blaue Farben wuchsen an seinen Lenden entlang, und in der Hitze barst langsam wie eine rote Ackerfurche die große Wunde unter seinem Nabel, die einen furchtbaren Duft ausströmte.
Die Ärzte traten ein. Ein paar freundliche Männer in weißen Kitteln mit Schmissen und goldenen Zwickern.
Sie traten an den Toten heran und sahen ihn sich an, mit Interesse, unter wissenschaftlichen Gesprächen.
Sie nahmen aus den weißen Schränken ihr Sezierzeug heraus, weiße Kästen voll von Hämmern, Knochensägen mit starken Zähnen, Feilen, gräßliche Batterien voll von Pinzetten, kleine Bestecke voll riesiger Nadeln, die wie krumme Geierschnäbel ewig nach Fleisch zu schreien schienen.
Sie begannen ihr gräßliches Handwerk. Sie glichen furchtbaren Folterknechten, über ihre Hände strömte das Blut, und sie tauchten sie immer tiefer in den kalten Leichnam ein und holten seinen Inhalt heraus, weißen Köchen gleich, die eine Gans ausnehmen.
Um ihre Arme wanden sich die Därme, grüngelbe Schlangen, und der Kot troff über ihre Kittel, eine warme, faulige Flüssigkeit. Sie stachen die Blase auf, der kalte Harn schimmerte darin wie ein gelber Wein. Sie schütteten ihn in große Schalen; er stank scharf und beizend wie Salmiak.
Aber der Tote schlief. Er ließ sich geduldig hin- und herzerren, an seinen Haaren hin- und herraufen, er schlief.
Und wärend die Schläge der Hämmer auf seinem Kopfe dröhnten, wachte ein Traum, ein Rest von Liebe in ihm auf, wie eine Fackel, die hinein in seine Nacht leuchtete.
Vor dem großen Fenster tat sich ein großer weiter Himmel auf, gefüllt von kleinen weißen Wölkchen, die in dem Lichte schwammen, in der Nachmittagsstille, wie kleine, weiße Götter. Und die Schwalben reisten hoch oben im Blauen, zitternd in der warmen Julisonne.
Das schwarze Blut des Todes rann über die blaue Fäulnis seiner Stirn. Es verdunstete in der Hitze zu einer schrecklichen Wolke, und die Verwesung des Todes kroch mit ihren bunten Krallen über ihn hin. Seine Haut begann auseinander zu fließen, sein Bauch wurde weiß wie der eines Aales unter den gierigen Fingern der Ärzte, die in dem feuchten Fleisch ihre Arme bis an die Ellenbogen badeten.
Die Verwesung zog den Mund des Toten auseinander, er schien zu lächeln, er träumte von einem seligen Gestirn, von einem duftenden Sommerabend. Seine verfließenden Lippen zitterten wie unter einem flüchtigen Kusse.

»Wie ich dich liebe. Ich habe dich so geliebt. Soll ich dir sagen, wie ich dich liebe? Wie du durch die Mohnfelder gingest, selber eine duftende Mohnflamme, hattest du den ganzen Abend in dich getrunken. Und dein Kleid, das um deine Knöchel bauschte, war wie eine Welle von Feuer in der untergehenden Sonne. Aber dein Kopf neigte sich in dem Lichte, und dein Haar brannte noch und flammte von allen meinen Küssen.

So gingest du dahin und sahst dich immer nach mir um. Und die Laterne in deiner Hand schwankte wie eine glühende Rose lange noch fort in der Dämmerung.
Ich werde dich morgen wiedersehen. Hier unter dem Fenster der Kapelle, hier, wo das Licht der Kerzen herausfällt und dein Haar in einen goldenen Wald verwandelt, hier, wo sich die Narzissen an deine Knöchel schmiegen, zärtlich, wie zarte Küsse.
Ich werde dich wiedersehen alle Abende um die Stunde der Dämmerung. Wir werden uns nie verlassen. Wie ich dich liebe! Soll ich dir sagen, wie ich dich liebe?«

Und der Tote zitterte leise vor Seligkeit auf seinem weißen Totentische, während die eisernen Meißel in den Händen der Ärzte die Knochen seiner Schläfe aufbrachen.

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Eine Indianer – Parabel


Skorpion


Ein Skorpion kam an das Ufer eines Flusses und wollte auf die andere Seite. Er konnte nicht schwimmen und so fragte er einen Fuchs, ob dieser ihn auf seinem Rücken auf die andere Seite bringen würde. Da antwortete ihm der Fuchs: „Wenn ich dich auf meinem Rücken hinüber trage wirst du mich stechen und ich werde ertrinken.“ Der Skorpion entgegnete: „Wenn ich das täte würde ich mit dir ertrinken, da ich nicht schwimmen kann. Das wäre also keinem von uns von nutzen.“
Da nahm der Fuchs den Skorpion auf den Rücken und schwamm durch den Fluß. Als sie dessen Mitte erreicht hatten stach der Skorpion zu. Bevor der Fuchs starb fragte er: „Warum hast du das getan? Jetzt werden wir beide ertrinken.“ Da antwortete ihm der Skorpion: „Was sollte ich den machen, es ist meine Natur!!!“

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Herman Melville

The Wahle


Und er bürdete dem Buckel des weißen Wals,
die Summe der Wut und des Hasses
der gesamten Menschheit auf.
Wäre sein Leib eine Kanone, er hätte
sein Herz auf ihn geschossen.
[...]

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Ein Kind, daß ständig kritisiert wird
lernt verdammen !!
Ein Kind, daß geschlagen wird,
lernt selbst zu schlagen !!
Ein Kind, daß verhöhnt wird,
lernt Schüchternheit !!
Ein Kind, daß der Ironie ausgesetzt wird,
bekommt ein schlechtes Gewissen !!


ABER

Ein Kind, daß ermuntert wird,
lernt Selbstvertrauen !!
Ein Kind, dem mit Toleranz begegnet wird,
lernt Geduld !!
Ein Kind, daß gelobt wird,
lernt Bewertung !!
Ein Kind, daß Ehrlichkeit erlebt,
lernt Gerechtigkeit !!
Ein Kind, daß Freundlichkeit erfährt,
lernt Freundschaft !!
Ein Kind, daß Geborgenheit erleben darf,
lernt Vertrauen !!
Ein Kind, daß geliebt und umarmt wird,
lernt Liebe in dieser Welt zu empfinden !!!!!

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Wedekind

Der Tantenmörder

Ich hab' meine Tante geschlachtet,
Meine Tante war alt und schwach;
Ich hatte bei ihr übernachtet
Und grub in den Kisten-Kasten nach.
Da fand ich goldene Haufen,
Fand auch an Papieren gar viel
Und hörte die alte Tante schnaufen
Ohn' Mitleid und Zartgefühl.

Was nutzt es, daß sie sich noch härme -
Nacht war es rings um mich her -
Ich stieß ihr den Dolch in die Därme,
Die Tante schnaufte nicht mehr.

Das Geld war schwer zu tragen,
Viel schwerer die Tante noch.
Ich faßte sie bebend am Kragen
Und stieß sie ins tiefe Kellerloch. -

Ich hab' meine Tante geschlachtet,
Meine Tante war alt und schwach;
Ihr aber, o Richter, ihr trachtet
Meiner blühenden Jugend-Jugend nach.

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Böhse Onkelz

Gestern war heute noch morgen


Ein neuer Tag, neues Glück,
sieh nach vorne, nie zurück,
denn gestern war heute noch morgen.

Ein neuer Tag, neues Glück,
was zählt ist nur der Augenblick,
denn gestern war heute noch morgen.

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Peter Rosegger


Ein bisschen mehr Friede und weniger Streit
Ein bisschen mehr Güte und weniger Neid
Ein bisschen mehr Liebe und weniger Hass
Ein bisschen mehr Wahrheit - das wäre was

Statt so viel Unrast ein bisschen mehr Ruh
Statt immer nur Ich ein bisschen mehr Du
Statt Angst und Hemmung ein bisschen mehr Mut
Und Kraft zum Handeln - das wäre gut

In Trübsal und Dunkel ein bisschen mehr Licht
Kein quälend Verlangen, ein bisschen Verzicht
Und viel mehr Blumen, solange es geht
Nicht erst an Gräbern - da blühn sie zu spät

Ziel sei der Friede des Herzens
Besseres weiß ich nicht

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Romeo und Julia

nach William Shakespeare


Zwei Häuser, beide an Ansehen gleich,
entfachen neuen Streit aus altem Hass
im lieblichen Verona, dem Schauplatz unseres Stückes,
und Bürgerblut beschmutzet Bürgerhände.
Aus unheilvollem Schoß der beiden Feinde
entspringt ein Liebespaar - UNSTERNBEDROHT.
Und es begräbt, welch jammervoll und furchtbar traurig Los,
der Väter fortdauernder Streit ihr Tod.
Von dieser Liebe, die vom Hass gezeichnet,
der Wut der Väter, die von Neuem stets entbrannt,
und durch den Tod der Kinder erst ihr Ende fand,
davon soll hier berichtet werden.



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